Erloeserkirche
20.09.2017

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Juni 2009

4. Juni 2009: Frauenkreis in Nablus:

Neben dem Frauenkreis an der Erlöserkirche gibt es seit vielen Jahrzehnten auch eine Frauengruppe in Nablus.

Anglikanische Kirche und Moschee in Nablus
Seit dem vergangenen Winter treffen wir uns dazu im Gemeindehaus der anglikanischen Kirche.

Auch an diesem Donnerstag hatte sich eine kleine Gruppe von Frauen aus Jerusalem mit dem Gemeindebus auf den Weg gemacht, um den Vormittag mit der Gruppe aus Nablus zu verbringen.

Anders als noch vor einigen Monaten war die Situation an den Checkpoints sehr entspannt, und selbst am berĂŒchtigten Hawara-Ceckpoint mussten wir nicht lange mit den jungen Soldaten diskutieren, um rasch durchgelassen zu werden.

Dennoch prĂ€gt der Verlust an Bewegungsfreiheit das Leben der Menschen in Nablus entscheidend. So wurde auch entsprechend engagiert und persönlich ĂŒber die moderne Parabel vom Adler, der auf einem HĂŒhnerhof eingesperrt wurde, diskutiert.









4. - 10. Juni 2009: Weltweite Aktionswoche fĂŒr Frieden in PalĂ€stina und Israel

Gebet aus der Evangelischen Gemeinde deutscher Sprache zu Jerusalem, Erlöserkirche:


Gott unser Vater, du Quelle allen Lebens,

wir danken dir dafĂŒr, dass du ein StĂŒck dieser Erde erwĂ€hlt hast, um deine Gegenwart unter den Menschen in besonderer Weise sichtbar zu machen: das Land Israel, PalĂ€stina, Heiliges Land. Wir danken dir fĂŒr das Zeugnis und die Geschichten derer, die deine NĂ€he hier erfahren haben: Abraham, Sara und Hagar; Isaak und Ismael und ihre vielen Nachkommen. Wir danken dir fĂŒr Jesus Christus, der hier geboren wurde, gelebt und gelitten hat, gekreuzigt wurde und auferstanden ist. Wir danken dir fĂŒr das Zeugnis der Pilger aller Zeiten und fĂŒr das Zeugnis derer, die seit je her in diesem Land zu Hause sind.

Gott, es schmerzt, dass dieses Land noch immer von Krieg und Hass zerrissen ist. Menschen leiden unter Besatzung, und Menschen leiden darunter, dass ihre Existenz in diesem Land noch immer in Frage gestellt wird. Durch vorschnelles Urteil und einseitige Stellungnahme haben auch wir manches Mal zur VerschÀrfung der Situation beigetragen. Herr, vergib!

Herr, wir bitten dich fĂŒr alle, die in diesem Land BrĂŒcken bauen statt Mauern zu errichten; fĂŒr alle, die Dialog und Versöhnung praktizieren statt eigenes Recht mit Gewalt durchzusetzen; fĂŒr alle, die Opfer von Gewalt begleiten, statt selbst Gewalt zu ĂŒben: Gib ihnen die Kraft, auf ihrem mĂŒhevollen Weg durchzuhalten und nicht zu verzweifeln.
Wir bitten dich fĂŒr die, die ihr Land verloren haben, die von ihren OlivenbĂ€umen und Feldern getrennt wurden, die keinen Zugang mehr haben zu ihrer heiligen Stadt Jerusalem: Lass sie nicht verzweifeln, sondern lass sie es erleben, dass ihnen Recht geschieht.

Wir bitten dich fĂŒr die, die sich vor Raketenbeschuss, AnschlĂ€gen und Kriegsrethorik fĂŒrchten: Lass sie nicht verhĂ€rten in ihrer Furcht. Lass es vielmehr selbstverstĂ€ndlich werden, dass da ein Israel ist und ein PalĂ€stina, und dass das eine nicht ohne das andere wird sein können.

Gott, wir bitten dich besonders fĂŒr die Menschen im Gazastreifen und in den umliegenden Orten: FĂŒr die Verwundeten an Leib und Seele, fĂŒr die VerĂ€ngstigen und die, die um einen lieben Menschen trauern: Schenk du Heilung und mach uns Menschen fĂ€hig, selbst heilend tĂ€tig zu sein.

Gott, lass du die Welt den Frieden sehen, den du fĂŒr dein Heiliges Land bestimmt hast.
Durch deinen Sohn Jesus Christus, unseren Bruder und Herrn. Amen.








7. - 28. Juni 2009: Ein einzigartiger musikalischer Sommer

Ende der Saison 2008/2009 brachte uns gleich zwei musikalische Highlights: Das vierte "Sounding Jerusalem"-Festival und die diesjÀhrige Tournee des Choir of London.

Plakat Sounding Jerusalem
"Sounding Jerusalem" ist eine Initiative österreichischer Musiker, die u.a. auch vom deutschen VertretungsbĂŒro in Ramallah gefördert wird. Ziel ist ein "kultureller Trialog" zwischen palĂ€stinensischen, israelischen und europĂ€ischen Musikern. Auch der Kreuzgang der Erlöserkirche (13. Juni), die Himmelfahrtkirche (23. Juni) und der Garten des DEI (20. Juni) erwiesen sich dabei wieder einmal als stimmungsvolle AuffĂŒhrungsorte fĂŒr klassische Musik.

Gleichzeitig bot die Erlöserkirche Raum fĂŒr den "Choir of London", der hier gemeinsam mit palĂ€stinensischen Musikern aus Bethlehem und Ramallah am 20. Juni das "Deutsche Requiem" von Brahms zur AuffĂŒhrung brachte. Es war ein mitreißendes Konzert, obwohl es auch unter schwierigen Vorzeichen stand: Zwei SĂ€ngern des "Olive Branch Choir" aus Bethlehem, der gemeinsam mit den KĂŒnstlern aus London auftrat, war von den israelischen Behörden die Einreise nach Jerusalem verweigert worden. So konnte der Bethlehemer Chor nur mit reduzierten KrĂ€ften singen; selbst die Kultur wurde so wieder einmal zum Spielball des politischen Konfliktes.

Ein ganz besonderes Erlebnis war der Abschluss des "Sounding Jerusalem" - Festivals am 28. Juni:

An diesem Abend erklang von den höchsten DĂ€chern und TĂŒrmen der Altstadt Jerusalems eine Komposition unter dem Titel "Jerusalem Refrains", die von dem Komponisten Sidney Corbett eigens zu diesem Anlass geschrieben worden war. Auch vom Turm der Erlöserkirche waren die KlĂ€nge von BlechblĂ€sern zu hören, die sich mit den KlĂ€ngen von den anderen DĂ€chern verbanden. In wohl einzigartiger Weise wurden so musikalische BrĂŒcken zwischen den unterschiedlichen Vierteln der Altstadt geschlagen, durch die sonst so viele Trennungslinien hindurchlaufen.

Nach diesem Erlebnis fanden sich die Zuhörer, die zuvor in Gruppen durch die Altstadt gefĂŒhrt worden waren, zu flotten BlechblĂ€serrhythmen wieder im Kreuzgang der Erlöserkirche zusammen.

Den Schluss bildete eine anrĂŒhrende PrĂ€sentation von Bildern ganz unterschiedlicher Menschen aus den verschiedenen Bevölkerungsgruppen Jerusalems: Auf große Stoffbahnen projiziert, schienen ihre Gesichter zwischen unseren mittelalterlichen Gewölben geradezu zu schweben und lebendig zu werden. Dazu waren eher stille und nachdenkliche musikalische KlĂ€nge aus den Winkeln des Kreuzgangs zu hören.

Nur der Musik mag es wohl gelingen, die unterschiedlichen Teile Jerusalems, die immer mehr auseinanderdriften, in solch einzigartiger Weise zusammenzufĂŒhrenund zu verbinden. Danke an das Team von "Sounding Jerusalem" unter der Leitung von Erich Oskar HĂŒtter, an die Sponsoren und an die Musiker!






12. Juni 2009: Abschied von unserer Pfarrvikarin Gudrun Schwabe

Mit dem Reisesegen im Gottesdienst am 7. Juni und einem Fest am 12. Juni verabschiedeten wir Gudrun Schwabe, die durch ein großzĂŒgiges Arrangement mit der hannoverschen Kirche fĂŒr ein Jahr und zwei Monate als Pfarrvikarin bei uns tĂ€tig war.

Gudrun


Neben der Verantwortung fĂŒr die Öffentlichkeitsarbeit (Redaktion unserer Publikation "Jerusalem. Gemeindebrief - Stiftungsjournal") hat Gudrun wĂ€hrend des vergangenen Jahres unseren Kindergottesdienst geleitet, das VolontĂ€rsprogramm maßgeblich gestaltet und viele ansprechende Predigten gehalten. In den vergangenen zwei Monaten setzte sie noch einmal einen neuen Schwerpunkt in der jĂŒdisch-christlichen Begegnung. Sie wird uns fehlen!

Link: Jerusalem. Der Blog unserer Vikarin







10.-16. Juni 2009: Lichterfest in Jerusalem

Zum ersten Mal fand in der Altstadt und Umgebung das "Jerusalem Festival of Light" statt. Die Jerusalemer Stadtverwaltung hatte eine Gruppe international anerkannter LichtkĂŒnstler gebeten, markante GebĂ€ude an diesem Ort ins rechte Licht zur rĂŒcken.

Unter anderem erstrahlten so der griechisch-orthodoxe Brunnen am Muristan, das Jaffa- und das Damaskustor, das Absalomsgrab im Kidrontal, der Batej-Machasej-Komplex im JĂŒdischen Viertel und eben auch unsere Erlöserkirche in einer bisher nicht gekannten Weise.

Es war ein einzigartiges Licht, welches die Menschen zu Tausenden zum nĂ€chtlichen Flanieren in die Altstadt zog. Dass nicht nur jĂŒdische GebĂ€ude angestrahlt wurden, sondern z.B. auch eine christliche Kirche so in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit gerĂŒckt wurde, haben wir als WertschĂ€tzung erfahren. Über allem lag eine große Leichtigkeit, und der politische Konflikt war fĂŒr einen Moment vergessen.







14. Juni 2009: Jerusalem-Besuch der evangelischen Gemeinde deutscher Sprache zu Rom

Rom und Jerusalem - das war schon immer ein interessantes Paar. Durch die Familie Bremer, die vor einigen Monaten von Jerusalem nach Rom umgezogen ist, wurde dieses Paar nun auch ganz praktisch zusammengebracht.

Eine Reisegruppe der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Rom unter der Leitung von Pfarrer Dr. Jens-Martin Kruse besuchte unsere Gemeinde in Jerusalem. Im Anschluss an den Gottesdienst am Sonntag gab es ein gemeinsames Gemeinde-Essen im Kreuzgang, bei dem sich die Gemeindeglieder aus den beiden heiligen StĂ€dten rasch im angeregten GesprĂ€ch nĂ€her kamen. Unter anderem entdecken wir auch verblĂŒffende Ähnlichkeiten zwischen unserer Erlöserkirche und der evangelischen Christuskirche in Rom. Am Ende waren sich alle einig, dass wir diesen Kontakt auch in Zukunft pflegen wollen.