Erloeserkirche
27.05.2017

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Historie

Geschichte der deutschsprachigen evangelischen Einrichtungen in Jerusalem






JahrEreignis
1841England und PreuĂźen grĂĽnden das gemeinsame Bistum in Jerusalem, Michael Salomon Alexander wird zum ersten Bischof ernannt. Es entstehen erste Formen deutschsprachiger evangelischer Gemeindearbeit.
1846Samuel Gobat wird zum neuen Bischof in Jerusalem berufen, erhält seinen Sitz an der 1849 eingeweihten "Christ Church". Bis 1872 gründet Gobat – über das ganze Land verteilt – 25 Schulen, die von rund 1000 Schülern besucht werden.
1850Offizielle Anerkennung der Protestanten im Osmanischen Reich.
1851Entsendung der ersten Kaiserswerther Diakonissen nach Jerusalem. GrĂĽndung der Talitha-Kumi-Schule.
1852GrĂĽndung des Jerusalemsvereins in Berlin. Entsendung des ersten deutschen Pfarrers nach Jerusalem.
1860GrĂĽndung des Syrischen Waisenhauses durch Johann Ludwig Schneller.
1869Das Gelände am Muristan in der Altstadt Jerusalems geht durch das Engagement Kronprinz Friedrich Wilhelm von Preußens in den Besitz Preußens über.
1871Abschluss der Wiederherstellung der "Kreuzfahrerkapelle" im Kreuzgang der heutigen Propstei. Da der Johanniterorden auf dem Gelände am Muristan von 1064 bis 1187 ein Pilger- und Krankenhospiz unterhalten hat, wird die Kapelle heute "Johanniterkapelle" genannt.
1880Joseph Barclay wird zum dritten Bischof des anglo-preuĂźischen Bistums berufen.
1886Auflösung des anglo-preußischen Bistums. Die anglikanische und deutsche Gemeinden entwickeln sich getrennt weiter. Bis heute gibt es ein anglikanisches Bistum in Jerusalem. Die deutschen Anteile am ehemaligen gemeinsamen Bistum fließen in die neu gegründete "Evangelische Jerusalemstiftung", die sich fortan um die Entstehung von Erlöserkirche und Propstei bemüht.
31. Oktober 1893Grundsteinlegung der Erlöserkirche am Muristan.
31. Oktober 1898Einweihung der Erlöserkirche durch Kaiser Wilhelm II. und Ehefrau Auguste Victoria. Der Pfarrer an der Erlöserkirche erhält als geistliches Oberhaupt der deutschsprachigen evangelischen Einrichtungen im Heiligen Land den Titel "Propst".
1900Aufteilung der deutschen evangelischen Gemeinde Jerusalem in die Pfarrbezirke "Stadt" und "Syrisches Waisenhaus".

Gründung des Deutschen Evangelischen Instituts für Altertumswissenschaft des Heiligen Landes (DEI). Als erster Direktor wird Gustaf Dalman bestimmt, damals Professor für Altes Testament und Judaistik an der Universität Leipzig, der am 12. November 1902 in Jerusalem eintrifft.
1903Bezug des Pfarrhauses (alte Propstei) in der Neustadt Jerusalems.
1905Grundsteinlegung des Muristan-Hospizes (seit 1948: neue Propstei) neben der Erlöserkirche in der Altstadt.
31. März 1907Grundsteinlegung der Kaiserin Auguste Victoria-Stiftung und der Himmelfahrtkirche auf dem Ölberg.
10. April 1910Einweihung der Kaiserin Auguste Victoria-Stiftung und der Himmelfahrtkirche.
1917Besetzung Palästinas durch die Briten und Beschlagnahme der deutschen Einrichtungen. Die Briten nutzen das Auguste Victoria-Gelände als Sitz ihrer Mandatsregierung.
1927Ein starkes Erdbeben zerstört vor allem Teile der Gebäude auf dem Auguste Victoria-Gelände.
1937Das Gelände auf dem Ölberg wird durch Kaiserswerther Schwestern von einem Erholungshospiz in ein Krankenhaus umgewandelt.
1939-1945Während des Zweiten Weltkrieges werden die deutschen Einrichtungen in Palästina geschlossen und unter die Aufsicht des britischen Feindgutverwalters gestellt. Die in Palästina verbliebenen Deutschen werden bis 1948 in den deutschen Kolonien von Haifa und Waldheim interniert. Das Auguste Victoria-Krankenhaus auf dem Ölberg wird zum britischen Militärlazarett umgewandelt.
1946Dr. Edwin Moll kommt als Vertreter der United Lutheran Churches of America nach Palästina, um die arabischen evangelischen Gemeinden zu reorganisieren und sich um die deutschen evangelischen Einrichtungen zu kümmern.
1948Gründung des Staates Israel. Die deutschen evangelischen Einrichtungen werden unter die Treuhänderschaft des 1947 gegründeten Lutherischen Weltbundes gestellt. Das Auguste Victoria-Krankenhaus wird zwischenzeitig vom Roten Kreuz betrieben. Das ehemalige Muristan-Hospiz neben der Erlöserkirche wird zum Zentrum der evangelisch-lutherischen Arbeit in Jerusalem: Hier, in der nun "neuen Propstei" haben in der Nachkriegszeit sowohl der Propst als auch der Vertreter der amerikanischen Lutheraner (und später des Lutherischen Weltbundes) ihren Wohn- und Dienstsitz.
1950Die Erlöserkirche im jordanischen Ostteil Jerusalems wird wiedereröffnet, Gottesdienste werden wieder gefeiert.

Das Auguste Victoria-Krankenhaus wird vom Lutherischen Weltbund gemeinsam mit der United Nations Relief and Works Agency (UNRWA) als Krankenhaus für palästinensische Flüchtlinge wiedereröffnet und bleibt bis heute unter der Treuhänderschaft des Lutherischen Weltbundes.

Die Talitha-Kumi-Schule wird in Beit Jala neu eröffnet.
1952Die im israelischen Westteil Jerusalems gelegenen deutschen evangelischen Einrichtungen (wie das Syrische Waisenhaus, das Kaiserswerther Diakoniekrankenhaus, die alte Propstei und das alte Talitha Kumi) gehen im Rahmen des deutsch-israelischen "Wiedergutmachungsabkommens" in den Besitz des Staates Israel ĂĽber.
1953Wiederaufnahme der Arbeit des Deutschen Evangelischen Instituts fĂĽr Altertumswissenschaft des Heiligen Landes mit dem ersten Lehrkurs nach dem Zweiten Weltkrieg.
1957Die "Evangelisch-Lutherische Kirche in Jordanien" (ELCJ) wird gegründet. Formal von der deutschsprachigen Gemeinde unabhängig, verbleibt sie jedoch bis 1979 unter der geistlichen Leitung des Propstes.
1959Offizielle Anerkennung der ELCJ durch den jordanischen Staat.
1964Einweihung der Martin Luther Schule am Muristan.

Gründung des "Gästehauses des Propstes" im ehemaligen Johanniter-Augenhospital in der Altstadt.
1967Sechstagekrieg. Ostjerusalem mit der Altstadt wird von Israel erobert. Dadurch gerät auch der Westteil der Stadt wieder in den Blick deutschsprachiger evangelischer Gemeindearbeit: Aufbau verschiedener deutsch-israelischer und jüdisch-christlicher Dialogbeziehungen.
1970-1974Ausgrabungen unter der Erlöserkirche und umfangreiche Renovierung der Kirche.
1975GrĂĽndung der Zweigstelle des DEI in Amman / Jordanien.
1979Amtsantritt des ersten arabisch-lutherischen Bischofs, Daud Haddad. Die ELCJ wird damit rechtlich vollkommen unabhängig vom deutschen Propst.
1982Das Jerusalemer Institut des DEI bezieht sein neues Haus auf dem Gelände der Kaiserin-Auguste-Victoria-Stiftung auf dem Ölberg.
1988–1991Statische Sanierung der Himmelfahrtkirche. Die Erdbebenschäden aus dem Jahr 1927 werden beseitigt und die Kunstwerke dem Originalzustand entsprechend restauriert. Gründung des Evangelischen Pilger- und Begegnungszentrums. Dadurch ist neben dem Lutherischen Weltbund auch die Evangelische Kirche in Deutschland wieder mit einer eigenständigen Arbeit auf dem Gelände der Kaiserin Auguste Victoria-Stiftung auf dem Ölberg präsent.
1996Renovierung der Muristankapelle und des Kreuzgangs an der Erlöserkirche.
1998Feiern zum 100-jährigen Jubiläum der Einweihung der evangelischen Erlöserkirche in Jerusalem.
2000Feiern zum 100jährigen Jubiläum der Gründung des DEI.
2002Vertrag zwischen der Kaiserin Auguste Victoria-Stiftung, der EKD und dem Lutherischen Weltbund über die treuhänderische Verwaltung der Grundstücke auf dem Ölberg.
2005Die Institutseinrichtungen des DEI in Jerusalem und Amman schließen sich wieder zu einem Institut zusammen, welches "zugleich Forschungsstelle des Deutschen Archäologischen Instituts" wird.
2007Vertrag zwischen der ELCJHL, der Kaiserin Auguste Victoria-Stiftung und dem Lutherischen Weltbund über ein gemeinsames Wohnungsprojekt für christliche Palästinenser auf dem Ölberg.

Erster Besuch des gesamten Rates der EKD in Jerusalem: Feiern zum 100jährigen Jubiläum der Grundsteinlegung des Auguste Victoria-Zentrums und Unterzeichnung eines Partnerschaftsvertrages zwischen der EKD und der ELCJHL.

"Evangelisch in Jerusalem - The German Protestant Institutions in the Holy Land" wird etabliert: Enge personelle und inhaltliche VerknĂĽpfung von Evangelischer Jerusalem Stiftung (EJSt), Kaiserin Auguste Victoria-Stiftung (KAVSt), Deutschem Evangelischen Institut fĂĽr Altertumswissenschaft des Heiligen Landes (DEI), Evangelischer Gemeinde Deutscher Sprache zu Jerusalem (EGDS) und "Studium in Israel".
2010Restaurierung des historischen Festsaals der Kaiserin Auguste Victoria-Stiftung ("Kaisersaal").

Feiern zum hundertjährigen Jubiläum der Einweihung der Kaiserin Auguste Victoria-Stiftung.

Der historische Altar des Syrischen Waisenhauses von 1910 wird zum 150jährigen Jubiläum der Schnellerschen Anstalten im Nahen Osten in die Himmelfahrtkirche der Kaiserin Augsute Victoria-Stiftung auf dem Ölberg versetzt.

Einweihung des Neubaus einer zusätzlichen Etage auf dem "Lutherischen Gästehaus / Gästehaus des Propstes"
2011Wiederentdeckung von Teilen der historischen Schulbibliothek des ehemaligen "Syrischen Waisenhauses" in Jerusalem und ĂśberfĂĽhrung an die Theodor-Schneller-Schule in Jordanien.



Die Pröpste in Jerusalem

1898Pastor Paul Hoppe, seit 1895 in Jerusalem, wird erster Propst
1903-1910Propst Wilhelm BuĂźmann
1910-1914Propst Dr. Friedrich Jeremias (offiziell bis 1921)
1921-1923Propst Prof. D. Albrecht Alt
1924-1930Propst Hans Wilhelm Herzberg
1930-1938Propst Ernst Rhein
1938-1954Propst Dr. Johannes Döring
1954-1960Propst Joachim Weigelt
1960-1965Propst Carl Malsch
1965-1971Propst Hansgeorg Köhler
1971-1979Propst Helmut Glatte
1979-1985Propst JĂĽrgen Wehrmann
1985-1991Propst Dr. Johannes Friedrich
1991-2001Propst Karl-Heinz Ronecker
2001-2005Propst Martin Reyer
2006-2012Propst Dr. Uwe Gräbe
seit Juli 2012Propst Wolfgang Schmidt